Her­ren Play­offs 2018 — Aus­blick Hannover

Seit­dem die Her­ren des DHC Han­nover bei den Play­offs 2015 aus­geschieden sind, ist es lange Zeit still gewor­den um die Roten aus der Lan­deshaupt­stadt Nieder­sach­sens. Denn während die Damen eine Deutsche Meis­ter­schaft nach der anderen bejubeln durften (2015 und 2016), hatte das Her­renteam viele Abgänge zu bekla­gen. Das ging sogar so weit, dass einige Lig­a­partien ohne Auswech­sel­spieler bestrit­ten wer­den mussten. Doch nun haben sich die Her­ren des DHC Han­nover wieder­erstarkt an die Spitze Deutsch­lands zurück­gemeldet und streben danach, sich in den Play­offs gegen die arriv­ierten Teams zu beweisen.

Der Weg zu den Playoffs

Während sich Wieder­hol­ungstäter wie Köln, Ham­burg oder München keine Gedanken machen müssen, ob und wie sie sich für die Play­offs respek­tive die Deutsche Meis­ter­schaft qual­i­fizieren, haben es die Han­nover­aner zu Saison­be­ginn kaum zu träu­men gewagt, sich zu den Auser­wählten zu zählen. Den­noch startete der DHC mit Ambi­tio­nen in die neue Spielzeit. Denn auch wenn ver­di­ente Spieler den Verein ver­lassen haben, verze­ich­nete die Mannschaft um langjährige Stützen wie Hen­drik Ohrdes oder Ryo Shi­bata diverse zum Teil bere­its erfahrene Zugänge. So fand unter anderem auch der Deutsche Meis­ter von 2014 und Box-​Nationalspieler Artjom Meri­asch in die Mess­es­tadt an der Leine. Enthu­si­astisch erk­lärte er sich sogle­ich bereit, das Train­ingszepter zu übernehmen, und aus dem Rohdia­man­ten eine torge­fährliche Mannschaft zu for­men. Nach­dem einige Her­ren in der Spiel­ge­mein­schaft mit Biele­feld den drit­ten Platz der Indoor-​Meisterschaft geholt hat­ten, ging das neu­formierte Team selb­st­be­wusst in die neue Sai­son. Während sich diese als regel­rechter Thriller ent­pup­pte, da sich der BHC, Blax und der DHC im Kampf um die Playoff-​Plätze der Liga Nord/​Ost zwei und drei auf Augen­höhe begeg­neten, mussten die Han­nover­aner inmit­ten der Spielzeit einen erneuten Ver­lust verkraften: Artjom Meri­asch ver­ließ berufs­be­d­ingt die Stadt der Mitte und wech­selte zum Rivalen HTHC Ham­burg. Der Rest des Teams ließ sich davon jedoch auf dem Platz wenig beein­drucken und sicherte sich sou­verän unter den Spiel­er­train­ern Hen­drik Ohrdes und Hen­drik Käßmeyer den zweiten Rang hin­ter dem ungeschla­ge­nen Vize­meis­ter 2017.

Das Team

Super­stars wie Cris­tiano Ronaldo oder Lionel Messi kön­nen zwar Spiele gewin­nen, doch nicht unbe­d­ingt die Meis­ter­schaft, wenn sie in einer Gurken­truppe spie­len. Der beste Beleg ist die WM 2014, als Deutsch­land alias „Die Mannschaft“ die ganze Welt mit ihrem Fußball verza­uberte, der von einem Team gespielt wurde, das aus einem Guss gewe­sen zu sein schien.

Han­nover mag zwar kein Tite­lan­wärter sein – nicht ein­mal ein Favorit für das Weit­erkom­men zur DM, aber den­noch trifft ein Ver­gle­ich zu diesem DFB-​Team zu. Denn auch hier stimmt die Chemie im Team. Und seien wir mal ehrlich: Wer hat das nicht schon erlebt, dass sich die Team­mit­glieder bei einem Rück­stand gegen­seitig zur Sau machen? Doch spätestens in der Par­tie gegen den Berliner HC, als Han­nover plöt­zlich hin­ten lag und die Play­offs in Gefahr waren, ist die wohl größte Stärke des DHC ans Tages­licht gekom­men: Teamgeist! Anstatt sich gegen­seitig unange­spitzt in den Boden zu ram­men, kon­nte die aufk­om­mende schlechte Stim­mung im Keim erstickt wer­den. Han­nover fing sich, schöpfte neue Kraft und kon­nte schlussendlich doch noch im Sud­den Death tri­um­phieren. Dass hin­ter einer her­vor­ra­gen­den Team­chemie auch Qual­ität stecken muss, ver­steht sich von selbst. Und diese soll hier kurz vorgestellt werden.

Nach­dem der arriv­ierte Goalie Ryo Shi­bata ver­let­zungs­be­d­ingt seinen Arbeits­bere­ich ver­lassen musste, for­tan als Defen­sive Mid­die für Furore sorgte und schnell zu einem Groundball-​Monster avancierte, hat sich Ben­jamin Brüm­mer zwis­chen den Pfos­ten als sicherer Rück­halt bewiesen. Vor ihm klären neben dem ehe­ma­li­gen U19-​Nationalspieler Hen­drik Käßmeyer, der bere­its so manchem Attacker durch seine punk­t­ge­nauen Tre­f­fer zwis­chen die Schutzaus­rüs­tung das Fürchten gelehrt hat, die Long­sticks Michael Münch, Stef­fen Treiß und Timm Söh­lke die gefährlichen Situationen.

Im Mid­field müssen die Han­nover­aner lei­der das Fern­bleiben des stärk­sten Faceoff-​Spielers Sebas­t­ian von Trip­pel­skirch kom­pen­sieren. Doch dazu soll­ten die Mid­dies Marco Gus­tav und vor allem Justin Wis­mer alle­mal im Stande sein. Beson­ders Let­zt­ge­nan­nter hat in der laufenden Sai­son einen unheim­lichen Leis­tungss­chub erlebt, sodass er nicht nur in der U19-​Nationalmannschaft zum Zugpferd avanciert ist, son­dern auch die Nominierung für die Box-​Natio geschafft hat. Dabei zeich­net ihn nicht nur seine Ath­letik aus, vielmehr ist es seine team­di­en­liche Spiel­weise, die ihn so wichtig für die Mannschaft macht. Um nicht den Rah­men zu spren­gen und für die Play­offs eine Über­raschung bere­itzuhal­ten, wer­den die übri­gen Mid­fielder nur kurz namentlich genannt: Leon Hilker, Christoph Jakob, Tobias Käs­meyer, Tobias Noeßelt, Moritz Schweng­ber, Sev­erin Senge und Lars Werner.

Die größte Torge­fahr strahlt jedoch das Han­nover Attack-​Trio aus: Während Hen­drik Ohrdes und Daniel Schmitz mit dem meis­ten Tor­beteili­gun­gen der Liga die Fäden in der geg­ner­ischen Hälfte ziehen, ist Justin Theine der Mann für die unvergesslichen Momente wie den ver­wan­del­ten Assist seines Goalies im Spiel gegen Dres­den. Lei­der muss das Team auf Valts Gra­sis verzichten.

Ver­stecken muss sich der DHC also keineswegs. Das erste Ziel wurde mit dem Erre­ichen der Play­offs bere­its abge­hakt und alles weit­ere wird sich ergeben. Das Team ist jeden­falls heiß auf das Woch­enende in Berlin und wird mit einem Lachen die Heim­fahrt antreten – komme, was da wolle!